Marmelade MarmeTube

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Marmelade  MarmeTube

 

Marmelade, Konfitüre und wie sie alle heißen

 

Ein Glossar der Fruchtaufstriche

„Reichst du mir bitte mal die Marmelade?“ Eine an Frühstückstischen in ganz Deutschland oft formulierte Frage. Was wenige wissen: Meist handelt es sich bei der fruchtigen Masse, die da über den Tisch gereicht wird, gar nicht um Marmelade im EU-rechtlichen Sinne. Oft ist es Konfitüre, bisweilen – dank Marmetube künftig womöglich häufiger – Fruchtaufstrich, auch Gelee ist gern genommen, der wird in der Regel aber von den Frühstückenden immerhin als solcher erkannt. Worin unterscheiden sich die verschiedenen Aufstriche? Wir bringen Klarheit.

 

Marmelade

Die Briten, die Briten! Ihre „Marmalade“, eine Bitterorangenmarmelade, ist ihnen heilig, weshalb sie im EU-Vorgänger Europäische Gemeinschaft darauf drängten, den Begriff zu beschränken. Aus diesem Grund ist die Bezeichnung Marmelade seit 2001 solchen Brotaufstrichen vorbehalten, die aus Zitrusfrüchten hergestellt werden, also beispielsweise aus Orangen oder Mandarinen, Zitronen oder Pampelmusen. Deutschland hat diese Vorgaben mit einer Modifikation der erstmals 1982 erlassenen Konfitürenverordnung umgesetzt.

Keine EU-Verordnung ohne Ausnahmen, aber sie alle zu nennen, würde den Rahmen sprengen. In Deutschland ist das überschaubar: Wer auf Wochenmärkten, Bauernmärkten und in den Hofläden ländlicher Regionen Gläser mit der Aufschrift „Marmelade“ entdeckt, findet dort nicht zwangsläufig Brotaufstrich mit Zitrusfrüchten vor. Wenn der örtliche Erdbeerbauer seine eingekochten Früchte direkt an Endverbraucher verkauft, darf er sein Produkt Erdbeermarmelade nennen – das gilt auch für andere Früchte.

An sich galt Marmelade als Brotaufstrich aus mit Zucker eingekochten Früchten, ohne dass darin Fruchtstücke zu sehen sind. Weil die britische Orangenmarmelade aber typischerweise mit Schalenstücken versetzt ist, ist die Sichtbarkeit von Fruchtstücken heute kein Ausschlusskriterium für Marmelade mehr.

 

Konfitüre

Konfitüre lautet der Begriff für Brotaufstriche aus mit Zucker eingekochten Früchten. Wenn man so will, trifft das auf Marmelade natürlich auch zu, genau genommen ist Marmelade somit eine Konfitüre aus Zitrusfrüchten. Himbeermarmel… Verzeihung: Himbeerkonfitüre, Kirschkonfitüre, Erdbeerkonfitüre, Aprikosenkonfitüre – die Liste ist lang, gern ergänzen die großen Hersteller ihr Sortiment saisonal mit besonderen Mischungen.

 

Fruchtaufstrich

Anders als bei Marmelade und Konfitüre ist der Begriff Fruchtaufstrich innerhalb der EU nie rechtlich geregelt worden. Lässt man das EU-Recht und Lebensmittelnormen außen vor, kann man den Begriff Fruchtaufstrich als Oberbegriff interpretieren, unter den auch Marmeladen und Konfitüren fallen. Nimmt man es EU-rechtlich genau – und das tun wir einfach mal –, sind Fruchtaufstriche Brotaufstriche aus eingekochten Früchten und Zucker, die keine Marmeladen und keine Konfitüren sind.

 

Freiheit für Fruchaufstrich-Fabrikanten

Hersteller haben somit größere Freiheiten, wenn sie ihren Brotaufstrich nicht Marmelade oder Konfitüre nennen, sondern Fruchtaufstrich. Diese Freiheit nutzen wir bei Marmetube für unser Produkt, indem wir Marmetube mit einem höheren Fruchtanteil zubereiten als die meisten Hersteller von Konfitüren – auf zwei Teile Frucht kommt lediglich ein Teil Zucker. Dem tragen wir mit dem Namen Fruchtaufstrich Rechnung.

 

Gelee

Kurz zum Gelee: Im Gegensatz zu Konfitüren und Marmeladen sind in Gelee keine ganzen Früchte verarbeitet worden, sondern Fruchtsaft. Gelee hat daher eine gallertartige Konsistenz und Transparenz wie – genau: Gelee. Zum Gelieren führen wie bei Marmelade, Konfitüre und anderem Fruchtaufstrich Pektine, die in den Früchten enthalten sind, bisweilen aber auch zusätzlich beigemengt werden. An dieser Stelle könnten wir das vertiefen, indem wir darauf eingehen, dass es sich bei Pektinen um Polysaccharide oder Polyuronide handelt, wir wollen aber keine wissenschaftliche Abhandlung daraus machen. Interessierte können sich mittels der unter diesem Text aufgelisteten Verlinkungen informieren.

 

Marmelade, Konfitüre – wie wäre es mit Marmetube?

Trotz dieser rechtlichen Aufteilung innerhalb der Europäischen Union muss niemand befürchten, dass plötzlich EU-Ordnungshüter am Frühstückstisch auftauchen und jemanden tadeln, der Konfitüre über den Tisch gereicht hat, obwohl Marmelade erbeten war. Aber vielleicht wird es künftig häufiger heißen: „Reichst du mir bitte mal die Marmetube?